Fingerkribbeln

30. Oktober 2018

Inspiration wächst nicht an Bäumen. Frische Ideen auch nicht. Deshalb tut es nur gut, ab und an ein klein wenig Metropolenluft zu schnuppern, Papier zu streicheln und mit Gleichgesinnten handzushaken. Perfekte Anlaufstelle dafür: die Creative Paper Conference in München. Wir waren da.

 

Lass mal München fahren. Dass wir nicht fehlen dürfen, wenn das Team Novum zur Creative Paper Conference lädt, war klar. Einmal mehr, da sich die diesjährige Ausgabe der beliebten Fachmesse den Schlachtruf „Analoge Revolution!“ an die Fahnen gepinnt hat. Ganz unser Ding also. Kommunikation mit Fingerkribbeln. Zum Anfassen, zum daran riechen, zum Blättern und Knicken und Reißen. Hier, in der Alten Kongresshalle München, gibt es im Zweijahres-Rhythmus ein Update für Kreative: Papierinnovationen der führenden Hersteller, neue Arten der Druckveredelung und erstaunliche Printprojekte. Branchen-Heroes erzählen von ihren Arbeiten im Editorial und Branding, lassen hinter Screens, Pantonefächer und Kopf-Flausen blicken. Und überraschen mit verdrehten Perspektiven. Notiz: Be a voice, not an echo.

Montagmorgen, zurück in der Agentur, bestaunen wir die fette Ausbeute. Versuchen die vielen Eindrücke, wertvollen Inputs und Ahas in die richtigen Regale und Schubladen zu räumen, um sie, wenn es dann soweit ist – zack! – parat zu haben. Taschen voller Produktmuster, Visitenkarten und Gesprächsfetzen. Bilder, hingeskribbelte Notizen, Lacher, neue und alte Erkenntnisse und zwei Flaschen Bier. Best Practice Beispiele und massentaugliches Grusel-Packaging. Und eine neue Liebe: die Risographie. Die Geschichte von zwei jungen Kommunikationsdesignern, die mutig genug waren, um einfach mal neue Wege zu gehen und sich kurzerhand einen Risographen angeschafft haben. Herr und Frau Rio, ein ausgestopfter Fuchs und ein Druckmonster, dem sie wunderschöne Drucke entlocken. Notiz: unbedingt für ein nächstes Projekt einplanen! Mutig sind wohl auch die sympathischen Jungs vom Studio MUT. Zwei Bozner, die auszogen, um die Welt mit sehr genialen Corporate Designs zu kitzeln. Von Bozen nach Berlin nach Bozen – und von hier aus dann direkt in die Gilde der Alliance Graphique Internationale. Eine unglaubliche aber irgendwie auch plausible Geschichte, wenn man sich durch ihre Referenzen klickt. Da spricht nicht nur Mut zum Design, sondern auch jede Menge Bock darauf. Und eine Selbstironie, die uns allen guttun würde, wenn Entwurf 173 InDesign wieder einmal in die Knie zwingt. Notiz: Was ein gutes Corporate Design ausmacht, ist nicht, dass es dem Designer gefällt. Auch nicht dem Kunden. Passen muss es!

 

Hier erlebt: Creative Paper Conference 2018, Novum – world of graphic design
Bild: Julian Mittelstädt, JMVotography – Bearbeitung by SANNI

 

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